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Spam wirksam filtern - False Positives finden

Autor: Dave Remmel (Homepage)

Spam ist heute etwas ganz alltägliches geworden. So kann sich niemand erlauben, heute noch ohne irgendeine Art der Filterung auszukommen. Dabei ist aber nicht nur wichtig Spam wirksam zu bekämpfen sondern auch falsch als Spam marktierte- oder gelöschte Mails wieder zu finden und vor allem dem eigenen Spamfilter über den Irrtum aufzuklären.



Der Beste Spamfilter nützt nichts, wenn zwar jede Spammail ausnahmslos gelöscht wird, dabei aber auch so manche erwünschte Mail ("Ham") mit unter's Messer kommt. Die meisten E-Mail-Clients haben daher mittlerweile einen lernfähigen Spam-Filter an Bord.
Viel wichtiger als das deklarieren einer Mail als "Spam" ist es daher falsch als Spam erkannte Nutzmails wieder aus dem Spamordner zu fischen und dem Filter das mitzuteilen.

Schritt Nr. 1: Kenne Deine E-Mail-Adressen


Wer selber eine eigene Domain betreibt, kennt das Problem: Man hat zig E-Mail-Adressen eingerichtet wohlmöglich sogar noch einen Catch-All eingerichtet mit dem man sich auf verschiedenen Webseiten mit verschiedenen Adressen anmeldet. Letzteres ist durchaus keine schlechte Praxis, da man so immer weiß wo der Spam herkommt. Essentiell ist es jedoch, dass man die eigenen, effektiv benutzten E-Mail-Adressen kennt unter nur gezielt weitergibt. So sollte die im Impressum angegebene E-Mailadresse auch nur dort verwendet werden. Auf gängige Kürzel wie info@domain.de oder webmaster@domain.de sollte man am besten komplett verzichten, da sie der erste Angriffspunkt für Spam-Versender sind.

Schritt Nr. 2: Verbrannte E-Mailadressen löschen


Wenn eine Adresse komplett verbrannt ist - das heißt das zu einem Großteil nur noch Spam über sie reinkommt sollte man sie nicht mehr benutzen. Das kann man auch schrittweise machen indem man das Postfach für ein halbes Jahr in einen Unterordner weiterleitet und dann schaut was noch an nutzmail reinkommt. Hier kann man eventuelle Absender nochmals über neue Adressen informieren. Im zweiten Schritt wird die Adresse dann ganz abgeschaltet.

Jetzt kommt die eigentliche Arbeit. Als Beispiel habe ich einen Junk-Ordner aus Thunderbird mit etwas 2000 Spammails benutzt, die in drei Monaten angefallen sind.


Schritt Nr. 3: Sortieren nach Empfänger


Als erstes sortiert man die Mails nach Empfänger - ein bei den Meisten Clients wenig genutztes Feld, was meistens per default ausgeblendet ist, da man ja eh immer selber der Empfänger ist. Bei der Sortierung von Spam kann es aber wertvolle Dienste leisten:
Spam lässt sich leichter erkennen wenn man die Nachrichten im Junk-Ordner zuerst nach Empfänger sortiert

Wie man auf dem Bild sieht, hat man hier die Mails schön säuberlich sortiert. Spam-Versender benutzen in aller Regel Listen von E-Mailadressen, daher ist es nicht verwunderlich, dass einige Absender-Adressen sehr häufig vorkommen. Jetzt sieht man auch wieso es so wichtig ist, dass man die eigenen, effektiv genutzen Adressen gut kennt. Hier kann man auf Anhieb einen ganzen Schwung an Spam-Mails direkt in die ewigen Jagdgründe schicken. In unserem Fall haben wir damit den Junk schonmal gut auf die Hälfte reduziert aber weiter geht's:

Schritt Nr. 4: Sortieren nach Absender


Viele Spam-Versender können es nicht lassen und spicken auch den Absender mit Werbung oder Produktnamen. Das können wir genauso nutzen wie oben: Wir sortieren den Junk-Ordner einfach nach Absender-Adressen. Auch sehen wir wieder, dass viele Adressen mehrfach vorkommen - für uns natürlich ein gefundenes Fressen, da wir die Mails so schnell markieren und entsorgen können:
Nun sortiert man den Inhalt des Junk-Ordners nach Absender


Schritt Nr. 5: Sortieren nach Betreff


Gleiches Spielchen nochmal: Auch das Sortieren nach Betreff offeriert wieder viele Doubletten, die wir markieren und so schnell ins Nirvana schicken:


Schritt Nr. 6: Sortieren nach Betreff


Sp, die grobe Vorsortierung haben wir erledigt. Bei mir hat sich die oben genannte Reihenfolge bisher als recht sinnvoll ergeben. Dieses Vorgehen mag zwar trivial erscheinen, spart aber doch sehr viel Zeit beim Durchsuchen der Mails. In etwa zwei Minuten konnte ich so den mit knapp 2000 Mails gefüllten Junkfilter auf 160 Mails reduzieren.
Mit der Sortierung nach Betreffzeilen filtert man den Rest raus.

Dieser Rest muss natürlich trotzdem weiterhin händisch auf eventuell fälschlich als Spam markierte Nutzmails untersucht werden. Hierfür hat sich auch die Sortierung nach Betreff als praktisch erwiesen. Wichtig ist, dass man hier gründlich vorgeht. Jeder "False Positive" ist zuviel als Grundregel gilt: Je mehr False-Positives gefunden werden, desto besser! Weil dadurch der Spamfilter weiter "trainiert" wird.

Dieses Verfahren hat einen großen Vorteil, es bringt keine Nachteile, wenn man es auf die lange Bank schiebt, denn je länger man mit diesem Vorgang wartet, desto schneller geht es natürlich, da sich so weitaus mehr Mails mit dem Gleichen Absender/Empfänger/Betreff ansammeln.

Viel Spaß beim Spam sortieren.

 
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